Just in Sequence | Definition & Funktion
„Just in Sequence“ beschreibt eine Belieferung, bei der angefordertes Material nicht nur pünktlich, sondern in der genau benötigten Reihenfolge beim Empfänger ankommt. Der Ansatz baut auf die bekannte „Just in Time“-Lieferung auf und führt diesen Gedanken konsequent weiter: Teile treffen in der Reihenfolge ein, wie sie direkt verbaut werden müssen. So bleibt der Ablauf an der Produktionslinie ruhig, Suchwege entfallen, und die Fertigung kann ohne Umräumen arbeiten.
Just in Sequence – Definition
Just in Sequence ist eine Versorgungsform für variantenreiche Montagen. Teile oder Baugruppen erreichen den Einsatzort in derselben Reihenfolge, in der sie verarbeitet werden.
Damit erweitert JIS (Just in Sequence) das Zeitprinzip von JIT (Just in Time) um die Reihenfolge der Lieferung.
Typische Einsatzfelder finden sich in der Fahrzeugmontage, aber auch überall dort, wo viele Ausstattungen parallel laufen. Das Ziel ist es, kurze Wege einzuhalten, Zwischenlagerungen zu minimieren und einen stabilen Produktionstakt zu gewährleisten.
Die Funktionsweise von JIS
Die Endmontage bestimmt das Produktionstempo und aus dem Produktionsprogramm wird die Reihenfolge des benötigten Materials abgeleitet. Jede Einheit erhält somit eine eindeutige Positionsnummer.
Diese Daten gehen an den Zulieferer, der die Teile in genau dieser Reihenfolge zusammenstellt, kennzeichnet und für den Transport bereitstellt. Die Anlieferung erfolgt in kurzen Zeitfenstern und an der Produktionslinie lässt sich jedes Teil sofort zuordnen.
Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf sind verlässliche Grunddaten, klare Abrufe, Rückmeldungen in Echtzeit sowie eindeutige Kennzeichen wie Etiketten oder Barcodes.
Kleine Puffer stabilisieren diesen Ablauf, ohne zusätzliche Lagerflächen zu binden.
Just in Sequence: Beispiel
Ein Werk montiert innerhalb einer Stunde fünf Fahrzeuge mit unterschiedlichen Ausstattungen. Der Sitzlieferant stellt die Garnituren genau in dieser Reihenfolge zusammen: zuerst Stoff schwarz, dann Leder braun, danach Stoff grau, jeweils mit den passenden Funktionen.
Jede Garnitur erhält ein Etikett mit Sequenznummer und Fahrzeugreferenz. Der Transport erfolgt in einem Reihenfolgegestell direkt an die Produktionslinie.
Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmensziele
Die Reihenfolge sichert Fluss und Qualität
Just in Sequence führt pünktliche Anlieferung und feste Reihenfolge zusammen. Das senkt Bestände und Wege, erhöht die Verbausicherheit und hält den Ablauf in der Produktion ruhig. Dem gegenüber stehen höhere Anforderungen an Planung, Datenqualität und Zusammenarbeit. Wo viele Varianten auf engem Raum verbaut werden, spielt JIS seine Stärken aus – vorausgesetzt, Sequenzplanung, Kennzeichnung und Transport greifen zuverlässig ineinander.